13-Propolis

Propolis

Propolis und Honig

 

Was ist Propolis?

Propolis (auch Kittharz oder Bienenkleber genannt) ist eine sehr nützliche Mischung, bestehend aus 3 Hauptkomponenten.

Zum einen besteht es aus pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Harz, Mineralstoffen und Flavonoiden.

Hinzu kommt Bienenspeichel, welcher antibakteriell wirkt und das Kittharz sanft und geschmeidig macht.

Die dritte Komponente ist Bienenwachs, welches die Konsistenz des Gemischs so verändert, dass die Bienen es zum Abdichten der Bienenstockwände verwenden können.

 

Steril wie ein OP Saal – Wie Bienen Propolis nutzen

BienenvolkIn einem Bienenstock leben circa 60.000 Bienen auf engstem Raum bei warmen Temperaturen zusammen.

Damit Bakterien und Keime nicht die Überhand gewinnen, überziehen die Bienen den Eingang zum Bienenstock und die Waben mit einem hauchdünnen Propolisfilm. Dieser schützt die Bewohner effektiv vor Krankheiten und Fremdkörpern, die nicht aus dem Stock entfernt werden können.

Außerdem nutzen die Bienen Propolis um die Wände des Bienenstocks abzudichten, damit es nicht zieht und Feuchtigkeit draußen bleibt.

 

Die Herstellung von Propolis

Gewinnung von PropolisÜblicherweise sind die älteren Bienen für das Sammeln der Harzabscheidungen verantwortlich. Sie kennen die Umgebung und die Gegebenheiten am besten.

Mit ihrem Mundwerk, den sog. Mandibeln, nagen Sie die Harzstücke nach und nach aus den Bäumen. In der Regel sammeln die Bienen das Harz vor allem im Frühling und Herbst.

Interessant ist, dass die Bienen trotz der klebrigen Harzmasse nicht am Baum kleben bleiben. Gesammelt wird das Harz zunächst an den Hinterbeinen und kurze Zeit später wird es dann in Gemeinschaftsarbeit im Bienenstock entfernt. Dieses Verfahren zur Ausleerung kann pro Biene bis zu vier Stunden dauern.

Damit Imker bei der Gewinnung von Propolis nicht den Bienenstock zerstören, ist man dazu übergegangen engmaschige Gitter als eine Art Propolisfalle aufzustellen. Bienen füllen von Natur aus die meisten Löcher in der Nähe des Bienenstocks, die eine Größe von 4,7 mm nicht überschreiten.

Letztendlich ist der Ertrag pro Bienenvolk pro Jahr mit ca. 100 g jedoch sehr gering.

 

Inhaltsstoffe

Propolis enthält über 200 bekannte Substanzen. Es besteht unter anderem aus …

  • 50% Harz- und Balsamstoffe (davon ca. 10% Bioflavonoide)
  • 7% – 35% Wachs
  • 10% ätherische Öle
  • 6% Pollen
  • 5% Fettsäuren
  • Gerbstoffe, Terpene und Bienenspeichel

 

Zusätzlich befinden sich darin Vitamine (vor allem Vitamin B, C & E), Biotin, Spurenelemente und Mineralstoffe (darunter Chrom, Kupfer, Eisen, Zink, Silizium und weitere).

Weiterhin sind diverse Aminosäuren und Enzyme enthalten.

 

Wirkung von Propolis

Abhängig von der Zusammensetzung seiner Inhaltsstoffe besitzt Propolis sowohl eine heilende als auch präventive Wirkung. Bekannt sind derzeit über 70 verschiedene Wirkweisen, die für die Gesundheit von Menschen und Tieren nützlich sind.

Außerdem wirkt es unter anderem antiviral, antibakteriell, antimykotisch (gegen Pilze) und antiparasitär. Außerdem schützt es unsere Zellwände, regt den Stoffwechsel an und kurbelt unser Immunsystem an.

Ein Großteil der Wirkung wir den Flavonoiden zugeschrieben, die im Zusammenhang mit vielen weiteren Wirkstoffen ihre volle Wirkung entfalten.

Weiterhin wurden in verschiedenen Studien unterschiedliche entzündungshemmende Eigenschaften nachgewiesen. Auswirkungen von Chemotherapie und Strahlenbehandlungen konnten mitunter deutlich gelindert werden.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Propolis seine volle Wirkung immer durch ein Zusammenspiel verschiedener Stoffe erreicht. Seine antivirale Wirkung entsteht zum Beispiel zusammen mit den Stoffen Luteolin und Quercitin sowie Koffeinsäure.

 

Anwendungsmöglichkeiten

Propolis AnwendenEingesetzt wird Propolis in der Regel als homöopathisches Mittel zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten, Bekämpfung von Krankheiten und zur Stärkung des Immunsystems.

Weiterhin kommt es bei Entzündungen der Schleimhäute (Aphten und kleinere Verletzungen im Mundraum), grippalen Infekten und verschiedenen Atemwegserkrankungen und Entzündungen des Nasen- / Rachenraumes zum Einsatz.

Außerdem lassen sich äußerliche Verletzungen der Haut wie kleinere Schnitt- und Schürfwunden und Ekzeme behandeln.

Optimalerweise findet eine Behandlung immer zusammen mit einem ausgebildeten Apitherapeuten oder Heilpraktiker statt.

 

Einnahme und Dosierung

Propolis kann man auf verschiedene Arten verwenden.

Propolis Salbe ist meist fetthaltig und eignet sich für die Behandlung äußerer Krankheiten wie z.B. Ekzemen.

In der Creme Variante ist weniger Fett, dafür mehr Wasser enthalten. Sie eignet sich ebenfalls für äußerliche Anwendungen, sowie die tägliche Pflege.

Zum Einnehmen gibt es Propolis Kapseln, Tinktur, Spray und Pulver.

Auch wenn Propolis mehrere antiallergene Substanzen enthält, können bei einigen Menschen nach der Einnahme allergische Reaktionen auftreten.

Wie bei allen apitherapeutischen Behandlungen empfiehlt es sich daher zuerst nur eine sehr geringe Dosis, z.B. etwas Creme auf den Handrücken oder einen Tropfen Propolis Tinktur mit Wasser verdünnt einzunehmen.

Wenn alles gut verträglich ist, können Sie die Dosis langsam steigern.

Falls sich jedoch Reaktionen zeigen, sollte unbedingt ein Allergietest gemacht werden. Falls tatsächlich eine Allergie vorhanden ist, kann man diese zusammen mit dem Allergologen behandeln. Meist geschieht dies in Form einer Desensibilisierung.

 

Wissenschaftliche Studien

Seit im Jahre 1980 an der Sorbonne Universität die erste Studie zur Wirkung von Propolis auf Heuschnupfen erfolgreich durchgeführt wurde, folgten in den Folgejahren viele Weitere.

Seitdem wurden Studien für unterschiedlichste Anwendungsgebiete durchgeführt. Unter anderem gab es Studien zur Wundheilung, Bluthochdruck, rheumatischen Beschwerden, nekrotischen Wunden uvm.

Detaillierte Informationen zu Propolis Studien haben wir im Artikel „Studien zu Propolis“ zusammengefasst.

 

Propolis kaufen

Je nach Anwendung empfiehlt es sich Propolis in verschiedenen Darreichungsformen in der Hausapotheke zu haben. Erhältlich ist es in der Apotheke, Reformhaus, Drogerie, beim Imker vor Ort oder im Internet z.B. bei Amazon.

 

Historie

Der Name Propolis stammt aus dem Griechischen und bedeutet „vor der Stadt“.

Doch bereits die alten Ägypter wussten um die positiven Eigenschaften des Bienenklebers. Sie verwendeten das Gemisch um Mumien bei der Einbalsamierung haltbar zu machen.

Und auch die Inkas verwendeten das klebrige Gemisch bereits um Infektionen zu behandeln, während Aristoteles es gerne bei Hautkrankheiten verordnete.

Seit wann genau das Bienenharz der Menschheit bekannt ist, weiß niemand so genau. Es lässt sich jedoch mit Sicherheit sagen, dass das Naturheilmittel bereits seit der Antike für heilsame Zwecke genutzt wird.

 

Quellen:

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17580109
  2. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jlac.198919890279/abstract
  3. http://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2013/05/16_jacobasch.pdf
  4. Schneider Arzneidrogen. Auflage. Elsevier 2004
  5. Sanft heilen mit Honig, Propolis und Bienenwachs. Auflage. Trias 2015