Methylglyoxal – Der Wirkstoff des Manuka Honig

 

Was ist Methylglyoxal?

Methylglyoxal oder kurz MGO wurde vor einigen Jahren an der TU Dresden als einer der Hauptwirkstoffe in Manuka Honig identifiziert. Dabei handelt es sich um ein Zuckerabbauprodukt des Kohlenhydrates DHA (Dihydroxyaceton).

Wie entsteht MGO?

DHA ist die Vorstufe von Methylglyoxal. Chemisch betrachtet entsteht DHA durch den Abbau von Einfachzuckern. Wenn die Bienen Blütennektar sammeln und zu unreifem Honig verarbeiten, bildet sich Methylalkohol. Im Falle des Manuka Honig wird dieser durch die Abspaltung von Wasser in MGO umgewandelt.

Der Wirkstoff entsteht in der Praxis durch die besondere Art der Lagerung von Honig, insbesondere Manuka Honig, da der Wirkstoff in der Manuka Pflanze von Natur aus sehr hoch ist.

Untersuchungen an der Waikato Universität von Neuseeland zeigten, dass die Vorstufe des MGOs bereits kurze Zeit nachdem die Bienen den unreifen Honig in die Waben gebracht haben vorhanden ist. Durch den weiteren Reifeprozess wird der DHA Gehalt stetig weniger, wobei der MGO Gehalt zunimmt. Das DHA wandelt sich also in MGO um, was dem Honig seine antibakterielle Wirkung verleiht.

Auch in vielen anderen Lebensmitteln finden wir den MGO Wirkstoff. So zeigten Forscher, dass MGO in Brot, Kaffee, Bier, Wein und etlichen weiteren Lebensmitteln enthalten ist. Manuka Honig ist deshalb so effektiv, da der Wirkstoff in einer vielfach höheren Konzentration vorhanden ist, als in allen anderen bekannten Lebensmitteln.

 

Nicht über 40 Grad lagern

Während des oben beschriebenen Prozesses wird der Honig bei ca. 37°C gelagert. Temperaturen darüber zerstören jedoch wichtige Inhaltsstoffe, wodurch die heilende Wirkung des Honigs sich verflüchtigen würde. Lagern Sie Manuka Honig deshalb am besten kühl und dunkel.

 

Warum ist der MGO Gehalt der Manuka Pflanze so hoch?

Diese Frage ist noch nicht abschließend geklärt. Forscher gehen davon aus, dass der Methylglyoxalgehalt der Manukapflanze durch verschiedene Stressfaktoren ausgelöst wird. Dazu zählen unter anderem salzhaltige Böden, langanhaltende Trockenheit und intensive Feuchteperioden, Hitze und Kälte.

In der Regel wächst der Manukastrauch in schwer zugänglichen Gebieten Neuseelands und Australiens. Typische Landwirtschaft wie wir sie kennen ist dort aufgrund der Umgebungsbeschaffenheit nur schwer möglich.

 

Der Nachweis von MGO

Für den Nachweis von MGO ist ein spezielles, modernes Verfahren, die sogenannte Gaschromatografie erforderlich. Dabei werden mittels eines Trägergases die einzelnen Bestandteile des zu isolierenden Stoffes voneinander getrennt.

 

Wie wirkt Methylglyoxal?

Der therapeutische Nutzen von MGO ist innerhalb der Naturheilkunde und Apitherapie enorm hoch. Die vielen einzigartigen Wirkstoffkombinationen von Manuka, zum Beispiel in Form von Honig oder Öl, bieten ein großes Feld an Anwendungsmöglichkeiten.

Die Wirkung dabei kommt jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von einem einzelnen Wirkstoff. Vielmehr beobachten Forscher sogenannte Synergieeffekte, bei denen mehrere Stoffe gemeinsam die Gesamtwirkung vollbringen.

MGO als solchen wirkt sowohl antibakteriell als auch antiviral und antimykotisch. In verschiedenen In-Vitro-Studien wurde beispielsweise die Wirkung gegen den antibiotikaresistenten Krankenhauskeim Staphylococcus Aureus nachgewiesen.

 

Der MGO Faktor

Der MGO Faktor, den wir auf Manuka Honig Gläsern finden, gibt an, wie viel Milligramm Methylglyoxal in einem Kilogramm Honig enthalten sind. Je mehr MGO pro Kg, desto stärker die Wirkung des Manuka Honigs.

Typische Konzentrationen in Manuka Honig sind…

  • 100+
  • 250+
  • 400+
  • 550+

Milligramm pro Kilogramm. Das macht sich natürlich auch im Preis bemerkbar. So ist ein Honig mit MGO Faktor 550 oft mehr als doppelt so teuer wie ein MGO 100.

Ein guter Richtwert bei äußerlichen Anwendungsfällen wie Schürfwunden oder leichten Hautverletzungen ist MGO 100+.

Bei inneren Anwendungen, zum Beispiel zur Behandlung von Magenproblemen, eignet sich ein MGO Wert von 400+.

Grundsätzlich sollte sich jeder vor der Eigenanwendung ausreichend informieren und im Zweifel immer einen Mediziner oder Heilpraktiker zu Rate ziehen. So gibt es hin und wieder auch allergische Reaktionen bei der Anwendung von Honigprodukten, welche unter Umständen sehr gefährlich sein können.

 

Quellen

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Manuka-Honig
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Methylglyoxal
  3. Andreas Ende: Manuka-Heilmittel der Natur. 360° Medien Mettmann, 2013.
  4. Detlef Mix: Manuka Honig. 360° Medien Mettmann, 2014.