Manukaöl

 
ManukaölSeit vielen Jahrhunderten ist Manukaöl in seiner Heilwirkung diversen anderen Ölen überlegen. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und Rezepturen machen es zu einem sehr beliebten Heilmittel in der Naturheilkunde. Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist es aufgrund seiner einzigartigen Zusammensetzung allen anderen Sorten von Teebaumöl überlegen. Dafür sorgen mehr als 30 verschiedene Wirkstoffe, die das Öl von allen anderen unterscheidet.

 

Herkunft und Herstellung

Auch bekannt unter dem Namen Teebaumöl ist Manukaöl in Neuseeland bereits seit Jahrhunderten ein bewährtes Heilmittel. Seinen Namen verdankt Manuka den Ureinwohnern Neuseelands, die damit eine besonders hochwertige Gattung von Teebaum bezeichnen.

Die Manuka Pflanze gehört zu den Myrtengewächsen und ist damit sehr widerstandsfähig. Sie gedeiht auch unter schwierigen Witterungsbedingungen, ist allerdings nicht so einfach zu ernten.

Gewonnen wird das Öl aus den Blättern des Baums, die auch heute noch von Hand geerntet werden. Das ist nötig, da die Bäume am besten in feuchtem teils schlammigen Boden gedeihen, wo Erntemaschinen einfach keinen Halt finden.

 

Wirkung

Entdeckt wurde Manuka bereits vor vielen Jahrhunderten und zählt seit jeher zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit. Denn anders als moderne, künstlich hergestellte Präparate, setzen Naturheilmittel die Selbstheilungskräfte unseres Körpers in Gang.

Durch seine einzigartige Wirkstoffkombination wirkt Manuka-Öl gegen Pilze, Viren und Bakterien. Neben seinen keimtötenden und antiseptischen Eigenschaften hilft das Öl Nervosität und Stress zu vermindern. Dies ist auf die Wirkung der sogenannten Sesquiterpene zurückzuführen. Sie wirken beruhigend auf unser Nervensystem und fördern die körpereigene Produktion von Pheromonen.

Weiterhin wirken Teebaumöle konzentrationsfördernd, entzündungshemmend und fördern die Regenration der Schleimhäute.

 

Inhaltsstoffe

Sesquipterpene (ca. 65%)

  • Regulieren die Ausschüttung von Botenstoffen (z.B. Histamin, dass bei Allergien eine tragende Rolle spielt)
  • Beschleunigen die Wundheilung
  • Beruhigen das vegetative Nervensystem
  • Fördern Pheromonproduktion im Körper

 

Triketone (ca. 25%)

  • Positive Wirkung bei Pilzerkrankungen und Infekten
  • Fördern die Konzentration
  • Kurbeln die Regeneration von Hautzellen an

 

Sesquiterpenole (ca. 5%)

  • Regulieren Botenstoffe
  • Positive Wirkung auf die Steuerzentrale unseres Hormonsystems
  • Kräftigen Bindegewebe und Lymphgefäße

 

Monoterpene (ca. 3%)

  • Wirken entzündungshemmend und stimmungserhellend

 

Cineol

  • Wirkt sehr gut bei Erkältungskrankheiten
  • Cineol-Gehalt darf nicht zu hoch sein, da sonst allergische Reaktionen oder Hautirritationen hervorgerufen werden können

 

Vorgabe der Inhaltsstoffe

Damit Teebaumöl von bestimmten Inhaltsstoffen nicht zu viel entählt, gibt es seit 1949 eine Vorgabe durch den British Pharmaceutical Codex.

So müssen in Teebaumölen z.B. mehr als 30 Prozent Terpine enthalten sein und der Cineolgehalt darf nicht mehr als 5% betragen. So wird sichergestellt, dass das Öl unerwünschten Nebenwirkungen minimiert werden.

 

Anwendung und Dosierung

Grundsätzlich sollten Sie vor der Anwendung von Naturheilprodukten immer zuerst einen Hauttest machen. Geben Sie dazu ein wenig Öl auf den Handrücken und beobachten was passiert.

Falls eine Rötung auftritt, deutet das auf eine Überreaktion der Haut hin. In diesem Fall am besten zunächst das Öl mit Wasser abspülen und vor einer Behandlung mit Manuka einen Allergologen aufzusuchen, der einen Allergietest macht.

Weiterhin sollte das Öl nicht in die Augen kommen. Es ist ebenfalls nicht für die innerliche Anwendung geeignet. Sofern also ein erfahrener Arzt oder Heilpraktiker nichts anderes empfiehlt, sollte das Öl nicht eingenommen werden.

Bei falscher Lagerung verfärbt sich das Öl intensiv gelblich oder wird trübe. In diesem Fall das Öl nicht mehr verwenden. Das gleiche gilt bei scharfem oder ranzigem Geruch.

 

Dosierung

Aufgrund der hohen Konzentration genügen bei der therapeutischen Anwendung von Manuka-Öl meist wenige Tropfen, die anderen, hochwertigen pflanzlichen Ölen hinzugefügt werden. Auch eine Mischung als Emulsion z.B. mit Milch und Wasser ist möglich.

 

Mischungen mit Manukaöl

Durch das Mischen von Manuka mit anderen Trägersubstanzen wie Ölen, Milch oder Wasser profitiert unsere Haut gleich mehrfach. Die Mischungen werden in der Regel sehr gut absorbiert und haben sehr gute reinigende Eigenschaften.

Da sie pH-neutral sind, greifen Sie die Haut nicht an sondern stärken die Abwehr der Haut. Sie verhindern, dass sich Bakterien, Pilze oder Giftstoffe in tieferen Hautschichten ablagern.

Außerdem sorgen sie für eine Regulierung der Talgproduktion, was gerade bei unreiner zu Akne tendierender Haut von großem Vorteil ist.

 

Mischung mit Milch

Da Milch bereits eine fertige Emulsion aus Fett und Wasser ist, kann Manuka Öl hier einfach hinzugegeben werden. Es vermischt sich durch umrühren mit der Milch.

 

Mischung mit Wasser

Da Öl und Wasser sich grundsätzlich nicht verbinden lassen, brauchen wir hier einen sogenannten Emulgator. Dieser dient dazu das Öl mit dem Wasser zu verbinden. Verwenden können Sie dazu zum Beispiel Milch oder Sahne. Empfehlenswert sind außerdem Zusätze wie Polysorbat 80 *, die eine längere Haltbarkeit besitzen. Polysorbat 80 wird auch häufig von Apothekern verwendet, um Salben herzustellen.

 

Mischung mit anderen Ölen

Besonders geeignet zum Mischen sind pflanzliche Öle, da sie meist reich an Vitaminen und Mineralstoffen sind. Geeignete Öle sind z.B.:

  • Avocadoöl
  • Jojobaöl
  • Macadamianussöl
  • Mandelöl
  • Olivenöl
  • Walnussöl
  • Weizenkeimöl

 

Anwendungsmöglichkeiten

Im Gegensatz zu Manuka Honig, wurde Manukaöl für die äußerliche Anwendung konzipiert. Die Anwendung erfolgt durch direktes Auftragen, Spülungen oder Inhalation. Mögliche Anwendungsgebiete sind …

  • Akne und unreine Haut
  • Fuß- & Nagelpilz
  • Scheidenpilz
  • Erkältung
  • Grippaler Infekt

 

Hand- / Fußbad

Anwendungsmöglichkeiten:

  • Fußpilz
  • Nagelpilz
  • Intensiver Fußschweiß

5 Tropfen Manukaöl mit Milch oder einem anderen Emulgator vermischen. Anschließend die Mischung in eine Schüssel oder Wanne geben. Die Badedauer sollte mindesten 5 Minuten, maximal 20 Minuten betragen.

Empfehlenswert ist eine Steigerung der Temperatur etwa alle 5 Minuten. Dazu einfach eine Kanne mit warmen Wasser bereitstellen.

 

Inhalation

Zum Inhalieren einfach ein paar Tropfen Manuka in eine Schüssel mit dampfend heißem Wasser geben. Anschließend den Kopf über die Schüssel beugen, mit einem Handtuch bedecken und inhalieren.

 

Massage

Zum Einmassieren ein paar Tropfen Manukaöl mit einem weiteren Pflanzenöl (siehe oben „Mischung mit anderen Ölen“) vermengen.

 

Mundspülung

2-5 Tropfen Öl in ein Glas warmes Wasser geben. Mund gründlich mit Lösung spülen und anschließend ausspucken.

 

Spülung im Genitalbereich

4 bis 5 Tropfen Manukaöl mit einem Emulgator vermengen. Anschließend in einer Schüssel mit ca. 5 l Fassungsvermögen in Wasser auflösen.

Genitalbereich immer von vorne nach hinten spülen/abwaschen, damit keine Darmbakterien an die falschen Stellen geraten.

 

Vollbad

Anwendungsmöglichkeiten:

  • Atemwegsbeschwerden
  • Ekzemen und Hautbeschwerden
  • Hämorrhoiden
  • Juckreiz und Entzündungen im Genitalbereich
  • Steigerung der Immunabwehr
  • Muskelschmerzen
  • Rheumatische Erkrankungen

Für ein Vollbad etwa 5 bis 10 Tropfen Manuka-Öl in eine Tasse Milch oder Polysorbat 80 geben. Eine Wassertemperatur von 38°C nicht überschreiten. Die Badedauer sollte maximal 25 Minuten betragen.

 

Manukaöl kaufen

Folgendes sollten Sie beim Kauf von Manukaöl beachten:

 

Inhaltsstoffe genau ansehen

Um festzustellen ob wirklich reines Öl aus Wildsammlungen im Produkt enthalten sind, schauen Sie genau auf die Liste der Inhaltsstoffe. Achten Sie daher auf 100% reines Manuka Öl ohne Zusätze. Bei den meisten Herstellern sind diese Informationen auf der Webseite zu finden.

 

Reines Manukaöl

Wir empfehlen anstelle von Ölmischungen lieber hochwertiges, reines Öl zu kaufen. So können Sie später bei Bedarf mit anderen Qualitätsölen mischen und ggf. unverträgliche Öle weglassen. Reine Manukaöle aus Wildsammlungen dürfen die Aufschrift KBA (kontrolliert biologischer Anbau) tragen.

 

Geruch

Echtes Manukaöl hat einen erdig, holzig/herben Geruch.

 

Preis

Aufgrund des hohen Preises wird Manukaöl häufig mit anderen Ölen vermischt um es anschließend günstiger anbieten zu können. Wenn das Öl deutlich günstiger ist, als das der Mitbewerber, ist es oftmals verdünnt.

 

Empfehlung

Diese Öle stammen laut Herstellerangaben zu 100% aus reinem Wildwuchs und können somit wie oben beschrieben angewendet werden.

 

Alva Manukaöl aus reinem Wildwuchs *

Living Nature Manukaöl *

Primavera Manuka *

 

Wissenschaftliche Studien

Bereits 1922 wurde der australische Chemiker Dr. Arthur Penfold beauftragt, die Wirkung des Teebaumöls zu untersuchen.

Daraus entstand die drei Jahre später veröffentlichte Penfold-Studie, die beeidruckende Ergebnisse lieferte.

Penfold wies nach, dass Teebaumöl sowohl keimtötende, antiseptische, gewebeaufbauende als auch immunstärkende Eigenschaften besitzt. Und das bereits im Jahr 1925.

In den darauffolgenden Jahren wurden die Ergebnisse von vielen weiteren Wissenschaftlern bestätigt und ergänzt.

 

Quellenangaben

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11114000
  2. Andreas Ende: Manuka-Heilmittel der Natur. 360° Medien Mettmann, 2013.

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